AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ - Trinkwasser fuer Oberfranken

Gefahren für das Grundwasser

Überall, wo Menschen leben und arbeiten, hinterlassen sie ihre Spuren – auch Spuren chemischer Art. Wenn der Regen diese Stoffe auswäscht, gelangen sie oft bis ins Grundwasser: Oberfranken ist größtenteils von Äckern, Gärten, Siedlungen und Straßen geprägt – und das bedeutet versteckte Gefahren für das Grundwasser.

Wald

Fast 40 Prozent Oberfrankens sind noch mit Wald bedeckt – zum Glück, denn Wald ist ein hervorragender Schutz für das Grundwasser. Allerdings ist der Wald selbst durch Luftschadstoffe und sauren Regen bedroht.

Landwirtschaft und Gartenbau

Pflanzenschutzmittel oder Dünger können leicht ins Grundwasser gelangen, besonders dann, wenn zu viel oder zur falschen Zeit gedüngt wird. Bei Ackerfrüchten, Gemüse und Sonderkulturen, die viel Dünger brauchen, ist die Gefahr für das Grundwasser besonders groß.

Industrie, Gewerbe, Verkehr

Mit jedem gefahrenen Kilometer bläst der Auspuff Abgase in die Atmosphäre. Viele Inhaltsstoffe der Abgase werden vom Regen aus der Luft gewaschen und bis ins Grundwasser gespült. Gefahr droht auch, wenn wassergefährdende Stoffe nicht sachgemäß eingesetzt oder gelagert werden. Sickerwasser aus veralteten Mülldeponien zum Beispiel schwemmt eine üble Fracht aus Schadstoffen in den Untergrund. Öl aus Fahrzeugen, Reifen- und Bremsenabrieb werden von den Straßen in den Boden gespült. Besonders gefährlich sind Unfälle von Gefahrguttransportern.

Siedlungen

Heizöl aus lecken Tanks und Abwasser aus undichten Kanälen können in den Boden sickern, Dünger und Pflanzenschutzmittel aus Gärten und wassergefährdende Stoffe wie Lacke, Lösungsmittel, Säuren und Laugen geraten ins Grundwasser, wenn sie sorglos eingesetzt oder einfach weggekippt statt als Sondermüll entsorgt zu werden.

Rohstoffabbau

Solange eine dicke Bodenschicht das Grundwasser überdeckt, ist es halbwegs sicher vor Schadstoffen und Giften. Wird aber die schützende Bodenschicht abgetragen oder das Grundwasser sogar freigelegt, wie es beim Kiesabbau geschieht, können Luftschadstoffe oder Betriebsmittel der Maschinen das Wasser leicht verunreinigen. Auch wenn ehemalige Kies- und Sandgruben mit ungeeignetem Material aufgefüllt werden, können gefährliche Stoffe ins Grundwasser eingeschwemmt werden.