Trinkwasser – unser Lebensmittel Nr. 1

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel: Nur drei Tage kann der Mensch ohne Wasser überleben. Es ist auch ein preiswerter Durstlöscher: Weniger als einen Cent kostet ein Liter im Durchschnitt, jederzeit frisch und kühl aus dem Wasserhahn. Dabei muss kein anderes Lebensmittel so vielen Bestimmungen genügen, so strenge Kontrollen bestehen.

Doch den Wert unseres Trinkwassers vergessen wir leicht. Wasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Wer im Urlaub erfahren hat, dass Süßwasser knapp ist, oder dass es vor dem Trinken abgekocht werden muss, freut sich bei seiner Rückkehr über fließend sauberes Wasser daheim. Klar muss es sein, das Trinkwasser, appetitlich, farblos und natürlich frei von Keimen. In Oberfranken sichern 248 Wasserversorgungsunternehmen die Versorgung mit Trinkwasser.

Oberfranken im Nachteil

Allerdings haben es die oberfränkischen Wasserversorger nicht einfach bei der Gewinnung von Trinkwasser. Im Vergleich zu anderen Regionen Bayerns hat Oberfranken mit mehreren Nachteilen zu kämpfen:

  • Geringe Niederschläge und durchlässiges Gestein führen zu knappen Grundwasservorräten.Aus diesem Grund hat Oberfranken mit Mauthaus die erste Trinkwassertalsperre Bayerns gebaut.
  • In weiten Teilen der Region ist der Untergrund ein schlechter Filter für das Wasser: Schadstoffe können so schneller ins Grundwasser gelangen. Das bedeutet, dass circa 11 Prozent des gewonnenen Grundwassers nur mit Aufbereitung als Trinkwasser abgegeben werden können.

Trinkwasser – so nah wie möglich

In Oberfranken wie in ganz Bayern wird der größte Teil des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen, so nah und natürlich wie möglich. Diese Philosophie der Bayerischen Wasserwirtschaft hat sich seit über hundert Jahren bewährt.

In Oberfranken fördern 248 Wasserversorger das Grundwasser aus 516 Quellen und Brunnen. Damit können über 80 Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Die Trinkwassertalsperre Mauthaus, gespeist von Quellbächen des Frankenwaldes, und eine geringfügige Beileitung aus dem Lechmündungsgebiet decken den restlichen Bedarf und verbessern die Versorgungssicherheit.

Die mancherorts knappen Grundwasservorräte führten in Oberfranken frühzeitig zu zentralen Wasserversorgungen. In Bayreuth gab es schon im sechzehnten Jahrhundert eine zentrale Versorgung, Städte wie Hof, Kronach und Wunsiedel zogen später nach.

Fernwasserversorgung Oberfranken – ein Standbein für die Zukunft

Seit 1975 liefert die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) Trinkwasser an Städte, Märkte und Gemeinden und leistet damit einen entscheidenden Beitrag für Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung in Oberfranken. Rund ein Viertel der oberfränkischen Wasserversorgungsunternehmen erhält Wasser von der FWO, oft als zusätzliche Bezugsquelle neben eigenen Ressourcen. Die Strategie eines zweiten Standbeins in der Wasserversorgung wird von der Bayerischen Staatsregierung ausdrücklich unterstützt. Zur Daseinsvorsorge für Oberfranken hat die bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung die Trinkwassertalsperre Mauthaus errichtet. Das Talsperrenwasser deckt weitestgehend den Wasserbedarf der FWO. Insgesamt werden bis zu 15 Millionen Kubikmeter Trinkwasser durch die FWO verteilt.

Der Zweckverband betreibt als größtes Wasserversorgungsunternehmen Oberfrankens neben einer modernen eigenen Trinkwasseraufbereitungsanlage noch 25 Hochbehälter und 20 Pumpwerke mit insgesamt 70.000 Kubikmetern Speichervolumen, die über den gesamten oberfränkischen Raum verteilt sind.

Trinkwasseraufbereitung – so viel wie nötig

Die Wasserversorger sind verantwortlich für die hohe Qualität des Trinkwassers; kein anderes Lebensmittel wird so streng kontrolliert. Wenn bei ungünstigen Bodenverhältnissen das Grundwasser zu sauer wird oder aus dem umgebenden Gestein hohe Konzentrationen von Stoffen gelöst hat, die für den menschlichen Genuss bedenklich sind, muss es aufbereitet werden. Wasser, das bakteriell verunreinigt sein könnte, wird mittels Chlorung, UV-Bestrahlung oder Ultrafiltration gereinigt. Anthropogene Belastungen sollten dagegen schon am Entstehungs- beziehungsweise Eintragsort vermindert werden.

Ein Sonderfall ist die Trinkwassertalsperre Mauthaus. Das Rohwasser des Stausees bekommt bei den regelmäßigen Analysen Bestnoten und muss nur eine einfache physikalisch-chemische Aufbereitung und Entkeimung durchlaufen, wie sie für Oberflächenwasser gesetzlich obligatorisch sind. Die dafür zuständige Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) in Rieblich zählt übrigens zu den modernsten Anlagen Deutschlands.

Garantiert ist auf alle Fälle, dass das Trinkwasser die strengen gesetzlichen Auflagen der Trinkwasserverordnung erfüllt und das Wasserwerk in einwandfreiem Zustand verlässt.

Die Wasserversorger – Partner für den Grundwasserschutz

Ein nachhaltiger Schutz des Grundwassers und die Sicherung der Wasserversorgung in Oberfranken kann nur in Zusammenarbeit mit den kommunalen Wasserversorgern erfolgen. Der erfolgreiche Weg einer dezentralen kommunalen Wasserversorgung, verstärkt durch eine leistungsfähige Trinkwassertalsperre Mauthaus und die Fernwasserversorgung Oberfranken, soll unterstützt und weitergeführt werden.

Der Erfolg der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – Trinkwasser für Oberfranken steht und fällt mit der Einbindung der Wasserversorgungsunternehmen. Dabei können und sollen sie auch aktiv an der Gestaltung der Aktion teilnehmen, zum Beispiel durch ihre Beteiligung an einem der Arbeitskreise.

Als Partner der Aktion werden die Wasserversorgungsunternehmen regelmäßig über die Maßnahmen der Aktion informiert und können alle erstellten Kommunikationsmittel nutzen. Jährlich findet für alle Wasserversorgungsunternehmen das Wasserforum Oberfranken mit wechselnden Fachthemen im Schloss Thurnau statt.

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